Eine Automatikuhr auswählen

Fünf Entscheidungen in dieser Reihenfolge: wie viel ausgeben, welches Kaliber, welche Größe, welches Glas und wie viel Wasser die Uhr aushalten muss.

Hände eines Uhrmachers an der Werkbank

Eine Automatikuhr ist eine mechanische Uhr, die sich durch die Bewegung des Handgelenks selbst aufzieht. Sie hat keine Batterie: Im Inneren spannt jede Drehung des Rotors eine Feder, und eine Unruh schwingt in festem Takt. Die richtige zu wählen ist einfacher, als es scheint, wenn man die Entscheidungen der Reihe nach trifft.

1. Das Budget

Der Preis bestimmt, welche Materialien und welches Kaliber Sie erwarten können. So verteilt sich der Katalog:

PreisbereichUhrenMit SaphirglasLängste GangreserveMeiste Gangreserve im Bereich
Bis 300 €7142 hCitizen Automatic NJ0190
300 bis 600 €8342 hCitizen Promaster Fujitsubo
600 bis 1.000 €3250 hOrient Star Diver
Über 1.000 €2270 hSeiko Prospex 1965 Diver

Unter 300 € dominieren japanische Kaliber mit Mineral- oder Hardlex-Glas, einige haben aber schon Saphirglas. Zwischen 300 und 600 € wird Saphirglas üblich. Zwischen 600 und 1.000 € kommen die Schweizer Uhren mit 80 Stunden Gangreserve. Um 1.000 € liegt der Sprung bei Verarbeitung und Mechanik, etwa bei der hohen Frequenz der Citizen Series 8 oder den 70 Stunden der Seiko Prospex 1965.

2. Das Kaliber

Das Kaliber ist der Motor und entscheidet über drei Dinge, die Sie jeden Tag merken: wie lange die Uhr abgelegt weiterläuft (die Gangreserve), ob Sie sie sekundengenau stellen können (der Sekundenstopp) und was eine Revision kostet. Schauen Sie zuerst auf das Kaliber und dann auf die Marke: Eine Seiko 5 Sports und eine Prospex Turtle haben dasselbe 4R36. Alle Kaliber des Katalogs stehen auf der Seite Kaliber.

3. Die Größe

Der häufigste Fehler ist, nur auf den Durchmesser zu achten. Ob eine Uhr passt, entscheidet das Maß von Horn zu Horn, also von Spitze zu Spitze der Bandanstöße: Es sollte nicht breiter sein als Ihr Handgelenk. Im Ratgeber Handgelenk messen gibt es für jede Uhr einen Rechner.

4. Das Glas

Saphirglas verkratzt kaum und ist für eine Alltagsuhr die richtige Wahl. Seikos Hardlex und Mineralglas verkratzen früher, sind aber günstig zu ersetzen. Die Unterschiede stehen in Saphir, Hardlex oder Mineralglas.

5. Das Wasser

Die Meterangaben der Wasserdichtheit sind ein Labordruck. Mit 100 m können Sie schwimmen; zum Gerätetauchen sollten es 200 m und die Norm ISO 6425 sein. Alles dazu im Ratgeber Wasserdichtheit.

Und dann vergleichen

Mit diesen fünf Antworten grenzt der Uhrenfinder den Katalog auf drei Uhren ein, und der Uhrenvergleich stellt sie in Spalten nebeneinander, mit dem besten Wert jeder Zeile markiert.

Häufige Fragen

Wie viel muss man für eine gute Automatikuhr ausgeben?

Ab etwa 120 € gibt es zuverlässige Automatikuhren mit japanischem Kaliber, etwa die Invicta Pro Diver mit ihrem NH35A. Um 250 € kommen die eigenen Kaliber von Orient und Citizen und das erste Saphirglas; ab etwa 550 € Schweizer Uhren mit 80 Stunden Gangreserve.

Japanisch oder Schweizer?

Unter 500 € bieten japanische Marken (Seiko, Orient, Citizen) mehr Uhr fürs Geld. Zwischen 550 und 1.000 € haben Schweizer Uhren mit Powermatic 80 mehr Gangreserve; Seikos mit 6R35 lassen sich außerhalb des offiziellen Service leichter revidieren.

Braucht eine Automatikuhr Wartung?

Ja: Eine Revision alle fünf bis acht Jahre ist empfehlenswert, früher, wenn sie stark vor- oder nachgeht. Dabei wird das Werk gereinigt und geölt, und die Dichtungen, die das Wasser abhalten, werden ersetzt.

Weitere Ratgeber